Vorstellung des ESP8266-Boards NodeMCU und Vergleich mit Wemos D1 Mini

Das ESP8266-Board NodeMCU ist schon ein wenig länger auf dem Markt als das in diesem Artikel bereits vorgestellte Board namens D1 Mini und auf den ersten Blick bietet es mehr Anschluss-Pins. Aber ist es wirklich besser? Diese Frage will ich in diesem Artikel beantworten.


Das ESP8266-Board NodeMCU ist mit einem ESP-12F-Modul ausgerüstet, in dem ein ESP8266 steckt. Das gleiche 12F-Modul sollte auch beim D1 Mini zum Einsatz kommen.

Das NodeMCU Board kam bei mir in edler, schwarzer Ausführung und hat etwas mehr als die doppelte Fläche als das D1 Mini. Auch die Anzahl der Lötpins sieht auf den ersten Blick doppelt so viel aus.

Aber werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf das Pinout des NodeMCU.

Pinout

Das NodeMCU kann mit 30 Pins aufwarten, das Mini D1 "nur" mit 16. Auf den ersten Blick sieht das NodeMCU damit leistungsfähiger aus, aber der Schein trügt:
  • das NodeMCU hat gleich 5 GND-Anschlüsse, das D1 Mini nur einen. Obwohl: Ground-Anschlüsse kann man nicht genügend haben.
  • das NodeMCU hat auch 3 3.3V-Anschlüsse, das D1 Mini nur einen. Auch hier schadet mehr nicht, gibt aber auch nicht mehr Funktionalität. Biede Boards sind zum Stecken aufs Breakboard oder als Lötlösung. Da kann man GND und 3.3V auch damit einfach duplizieren.
  • das NodeMCU hat die 7 Steuerleitungen, die am Flash angeschlossen sind, und deshalb nicht benutzt werden dürfen, herausgeführt. Das hilft uns aber wenig.
  • das NodeMCU hat Reset und Enable herausgeführt, was ein echter Vorteil ist, falls man das braucht - das D1 Mini hat nur ein Reset-Pin. Auch gibt es zwei Taster, Reset und Flash.
  • Ansonsten sind die brauchbaren Leitungen beim NodeMCU und beim D1-Mini gleich: D0...D8 und A0
  • Aber das größte Manko am NodeMCU ist: es stellt keinen 5V-Pin zur Verfügung. Den sucht man vergebens. Es gibt nur einen Spannungswandler für 3.3V. Wenn man 5V für einen "älteren" Sensor als Versorgungsspannung braucht (z. B. Siebensegment-Anzeige), dann hat man mit dem NodeMCU verloren und muss die 5V extern bereitstellen oder am USB-Port irgendwie abgreifen - und die Lötpads dort sind winzig. Bei Betrieb am USB-Port habe ich am unteren rechten Pin des AMS1117 Spannungswandlers 4.55V gemessen, das reicht vielleicht für einen 5V-Sensor aus. VIN folgt nicht der USB-Spannung und gibt nur 0.8V ab.
  • dafür kann man wieder eine eigene Spannung von 5 bis 9 V an VIN des NodeMCU einspeisen



Ansonsten laufen beide Boards mit dem günstigen, aber nicht schlechten und gebräuchlichen CH340-Chip für die serielle Schnittstelle und haben beide einen Micro-USB-Port.

Bezüglich der Komponenten auf dem Board sieht der NodeMCU höher dimensioniert aus, wird also wohl etwas höhere Ströme liefern können, der AMS1117 schafft etwa 1100 mA gesamt. Dafür liegt die Ruhestromaufnahme des NodeMCU aber auch bei 15 mA - beim D1 Mini sind es ca. 250 µA Ruhestrom, aber auch nur 150 mA, die der winzige 4A2D Spannungswandler insgesamt liefern kann, da bleiben bei aktivem WLAN mal gerade 50 mA für andere Komponenten.

Fazit

Im Grunde macht das D1 Mini Board das NodeMCU obsolet. Es ist kleiner und günstiger und hat genauso viele Anschlussmöglichekeiten und auch einen 5V Ausgang.

Doch viel Strom kann das D1 Mini nicht liefern, dann wird schon eine externe Spannungsversorgung nötig. Mit dem NodeMCU kann man zur Not auch einen Servo betreiben, ohne dass der Spannungswandler in einem kleinen Rauchwölkchen aufgeht. Doch der D1 Mini ist sparsamer.

Für reine IOT-Anwendungen mit wenig Strom verbrauchenden Sensoren wie etwa für Temperatur oder Luftfeuchtigkeit ist also das D1 mini die erste Wahl. Für den Grenzbereich, in dem man ein bisschen mehr Strom braucht, aber noch nicht so viel, dass man ein externes Netzteil braucht, macht der NodeMCU noch Sinn.